Das kantonale Personenverkehrsgesetz schreibt regelmässige Fahrausweiskontrollen in den öffentlichen Verkehrsbetrieben vor. Wer keinen gültigen Fahrausweis hat, wird gebüsst. Nach der Logik der rotgrünen Mehrheit im Gemeinderat sind diese Kontrollen ein Stressfaktor für die Passagiere. Es sei falsch, arme Leute ohne Ticket zu drangsalieren. Die Häufigkeit der Kontrollen müsse daher gesenkt werden.

Wer im Tram oder Bus schwarzfährt, verstösst gegen die Regeln. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind kostenpflichtig: Passagiere müssen ein Ticket erwerben. Wer diese Regeln missachtet, zahlt neben seinem Billett einen Strafzuschlag. So soll die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs sichergestellt werden, aber auch vermieden werden, dass Einzelne auf Kosten der Allgemeinheit gratis fahren.
So einfach sei das nicht, meinten links grüne Parlamentarier im Zürcher Gemeinderat. Billettkontrollen seien ein repressives Instrument – ein «Stress» für Personen ohne Fahrausweis. Den bürgerlichen «Law and order»-Drang gelte es zu bekämpfen: Diese Massnahmen würden sich primär gegen arme Leute richten. Es sei wichtig, seltener Kontrollen durchzuführen – nicht etwa häufiger.
Die linke Ratsseite will die Prioritäten anders setzen. Geld müsse in die Kundenberatung und die Angebote investiert werden – nicht dort, wo die Kunden gestresst werden. Die Argumente, dass Schwarzfahren asozial und rechtswidrig sei, verhallten ungehört.
Regeln und Kosten sind für die rotgrüne Mehrheit im Stadtparlament Fremdwörter. So bleibt auch die Finanzierung des VBZ-Abos für 365 Franken offen. Die jährlichen Kosten von rund 140 Mio. Franken wird die Stadtkasse übernehmen müssen. Frohe Aussichten für die Steuerzahler!