Günstige Wohnungen für Radfahrer, Vegetarier und Weltverbesserer

Laut städtischem Mietreglement haben auch Kaderleute mit Jahreslohn von 200’000 Franken Anrecht auf vergünstigte städtische Wohnungen. Ein Unding. Nun geht die Stadt einen Schritt weiter: Gewisse Wohnungen gibt es nur noch für Mieter, die auf ein Auto verzichten. Wann folgen die ersten Siedlungen für Vegetarier oder Abstinente?

Dass Politiker und Beamte die Bürger zu einem bestimmten Lebens stil erziehen wollen, kommt leider immer häufiger vor. Besonders ausgeprägt ist das pädagogische Sendungsbewusstsein der Zürcher Stadtverwaltung. Im städtischen Klimaschutzplan wird gefordert, dass in Zürich der Fleischkonsum pro Kopf gesenkt wird. Bereits an den Schulen soll «Nachhaltige Ernährung» unterrichtet werden, damit auch Primarschüler die rot-grüne Lebensphilosophie begreifen.

Auch die städtische Wohnbaupolitik wirft viele Fragen auf. Bislang war vor allem das Mietreglement ein Ärgernis: Dass Topverdiener mit einem Salär von über 180’000 Franken vergünstigte städtische Wohnungen mieten können und so indirekt Unterstützung aus der Stadtkasse beziehen, ist absurd – und auch nicht sozial.

Nun gehen die städtischen Amtsstellen noch einen Schritt weiter: Sie schreiben den Mietern vor, wie sie sich fortzubewegen haben. So umfasst die neue städtische Siedlung «Tramdepot Hard» 193 Wohnungen, 670 Veloabstellplätze, aber nur 19 Parkplätze. Wer eine Wohnung mieten möchte, muss eine Autoverzichtserklärung
unterschreiben. Wer beruflich auf das Auto angewiesen ist, kann keine Wohnung in dieser Siedlung erhalten.

Beim Lohn ist die Stadt hingegen weniger kritisch: Mit einem Jahreslohn von 200’000 Franken darf man günstig wohnen, wenn man kein Auto hat. Nun fragt sich der geneigte Leser: Wann folgen die ersten Wohnungen für Radfahrer, Vegetarier oder Abstinente? Folgen dem Autoverbot ein Rauchverbot und ein Alkoholverbot?